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Das Menschenbild der Humanisten Drucken E-Mail

Die Lebensauffassung der HUMANISTEN ist überschaubar und für jeden nachvollziehbar, ohne dazu ein Studium absolvieren zu müssen. Zu den klar beschriebenen Grundgedanken gehören die, die sich mit dem Menschen und seiner Stellung in unserer Welt befassen. Sie unterscheiden sich in ihren Folgerungen nicht in jedem Fall von denen religöser Menschen, jedoch ist ihre Herleitung generell eine andere. Im Menschenbild der HUMANISTEN wird beschrieben, welche Vorstellungen von der Entstehung des Menschen bestehen, von seiner Einstellung zu den Mitmenschen und von den durch Menschen gesetzten Werten, die unser Leben prägen. Drei Thesen fassen diese Vorstellungen zusammen:

These 1:   Der Mensch ist ein biologisches Wesen

Am Ende einer Entwicklungsreihe, die sich über Milliarden von Jahren von unbelebter zu belebter Materie auf unserer Erde vollzog, steht der Mensch. Er ist somit ein Produkt der Evolution. Über Jahrtausende stand er im Einklang mit der Natur. Mit der explosiven Steigerung seiner technischen Möglichkeiten greift er in zunehmenden Maße in die Umwelt ein. Dabei nimmt er gedankenlos oder auch bewusst Störungen und Zerstörungen ökologischer Systeme in Kauf.

Nach dem Verständnis der Humanisten ist der Mensch aber nicht "Herr der Erde", sondern ein Teil sich vielfältig überschneidender und wechselseitig bedingender Lebensgemeinschaften. Daraus ergibt sich für ihn die

Ehrfurcht vor dem Leben.

Sie bedingt seine Verantwortung für die Bewahrung und einen sorgfältigen Umgang mit der belebten und unbelebten Natur.

These 2:   Der Mensch ist ein soziales Wesen.

Der Mensch ist in der Stunde seiner Geburt völlig abhängig von einer sozialen Gemeinschaft. Im Laufe seines weiteren Lebens wird er zwar unabhängiger, bleibt aber immer - gewollt oder ungewollt - eingebunden in soziale Gruppen und Ordnungen. Daraus erwachsen dem Menschen gegenüber der Gemeinschaft Pflichten, die um so größer sind, je mehr materiellen und geistigen Freiraum er beansprucht.

Spannungen und Konflikte - sie sind in einer Gemeinschaft unvermeidlich - dürfen nur durch Argumente, nicht durch Gewalt entschieden werden. Dies gilt für die Gemeinschaft der Familie ebenso wie für gesellschaftliche und nationale Gruppierungen. Der Humanist setzt seine Kraft

für den Frieden, gegen den Krieg

ein. Ziel ist die größtmögliche Harmonie in der größtmöglichen Gemeinschaft.

These 3:  Der Mensch ist ein sittliches Wesen

Als einziges Lebewesen auf der Erde vermag der Mensch sein Denken und Handeln bewusst abzuwägen. Deshalb wird sein Verhalten nicht nur von animalischen Instinkten gesteuert, er ist auch in der Lage, sich nach ihm innewohnenden Wertvorstellungen zu richten. Sie sind nach Kulturkreisen unterschiedlich und in einer ständigen Entwicklung begriffen.

Diese Wertvorstellungen haben ihren Niederschlag gefunden in kulturellen Bindungen, gesetzlichen Normen sowie ethischen und religiösen Forderungen. In vielen Religionen ist allerdings die moralische Substanz durch Doktrinen, die sich auf sogenannte "Offenbarungen" begründen und rituelle Zwänge überlagert, ja verdrängt worden.

Der Humanist bekennt sich zu sittlichen Forderungen, wie

Aufrichtigkeit, Solidarität, Toleranz und Lebensbejahung.

Er erstrebt weder eine Belohnung, noch befürchtet er eine Bestrafung im „Jenseits". Er sucht allein die Bewährung im endlichen Leben.

Quelle: http://www.humanisten.de/index.php?id=315