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Das Bild von der Welt hatte sich seit den Erkenntnissen von Kopernikus (1473 - 1543 ), Galilei (1564 - 1642 ), Keppler (1571 - 1630 ) und Newton (1643 - 1727 ) geändert. Alte Gewißheiten und das Weltbild der Bibel wurden von Grund auf in Frage gestellt. Darwins Abstammungslehre widerlegte die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments. Die Erde galt nicht mehr als Mittelpunkt des Universums, sondern war nur noch ein Planet unter  anderen. Undenkbares war denkbar geworden. Das Wissen um das, was noch unbekannt und unentdeckt war, wuchs ständig.

Ein offener Brief (http://www.freireligioese-gemeinde-mainz.de/Ronge-Brief.html) des katholischen Priesters Johannes Ronge im Jahre 1844 an Bischof Arnoldi von Trier gegen die Ausstellung des so genannten heiligen Rocks, des „Rock Christi", war ursächlich für die Gründung der freigeistigen Bewegung. Der Brief Ronges, in dem er die Zurschaustellung der „Reliquie" als Götzenfest bezeichnete und Arnoldi der Verachtung der Mit- und Nachwelt übergab, wurde hunderttausendfach gedruckt und gelesen. Dadurch wurden Menschen angesprochen, die sich von der Kirche abgewandt hatten und auch den feudalen Staat ablehnten.

1859 schlossen sich verschiedene Gemeinden zum „Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands" zusammen. Neben der religiösen Befreiung standen schon damals politische und humanitäre Ziele. Dazu gehören die Forderungen nach Anerkennung der Geistesfreiheit, nach der Trennung von Staat und Kirche  und nach der Gleichberechtigung der Frau. Die Erlaubnis zum Kirchenaustritt in Preußen (1847) ist ein Erfolg dieser Bewegung.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts stiegen die Mitgliederzahlen der freigeistigen Gruppen steil an. In vielen Städten wurden auf ihr Betreiben „Weltliche Schulen“ eingerichtet, in denen kein Religionsunterricht erteilt wurde. Im „Volksbund für Geistesfreiheit“ fanden sich 1922 sowohl Freidenker als auch zahlreiche freireligiöse Gemeinschaften zusammen. Die von einer Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Verbände mit den proletarischen Freidenkern durchgeführten Massenkirchenaustrittswochen waren so erfolgreich, dass 1932 bereits zwei Millionen Deutsche keiner christlichen Religionsgemeinschaft mehr angehörten. Fast ein Drittel der Reichstagsabgeordneten waren 1926 bekenntnislos.

Die freireligiöse Bewegung wurde ab 1933 verfolgt und 1934 „zur Abwehr staatsfeindlicher Umtriebe" verboten, u. a. weil sich die Gemeinschaften weigerten, „Nichtarier" von einer Mitgliedschaft auszuschließen.

Bereits 1945 wurden dann wieder an vielen Orten Freireligiöse Gemeinden gegründet, nachdem im Dritten Reich die Arbeit im Untergrund weitergeführt worden war. So schlossen sich etwa 1948 vorerst elf Gemeinden zur „Freireligiösen Landesgemeinschaft Niedersachsen" zusammen und 1950 bildete sich der „Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands - Freie Religionsgemeinschaft (gegründet 1859) neu.

In Bremen sind die ersten Mitgliedschaften nach dem 2. Weltkrieg datiert am 15. März 1952.  Die Verfassung der Freireligiösen Landesgemeinde Bremen, wie sie damals hießen, wurde am 18. März 1968 beschlossen. Seitdem haben die Landesverbände Niedersachsen und Bremen eng zusammengearbeitet.

1988 erfolgte dann auf einer Mitgliederversammlung die Umbenennung in Freie Humanisten Bremen.

1993 gründete sich in Berlin der Humanistische Verband Deutschlands als neue nationale Dachorganisation. Über ihn ist der Humanistische Verband Bremen der „Internationalen humanistischen und Ethischen Union‘ (IHEU) angeschlossen.

Am 7. Januar 2009 gründete sich der Humanistische Verband Bremen als eigenständiger Landesverband des HVD.